Türchen 24: Ihr alle!
Wir sind glücklich - und zwar dank euch!
Seit einem halben Jahr öffnen wir nun gemeinsam die Sportsbar und wir bereuen keinen einzigen Tag.
Ihr habt uns angenommen, ihr habt uns besucht und habt uns erlaubt, euren Sportkonsum zu begleiten.
Es gab so viele Highlights, dass wir sie hier gar nicht aufzählen können:
Länderspiele, Champions-League, Formel 1, Volleyball, HSV und natürlich Hansa.
Für uns persönlich hatten aber die wahren Höhepunkte nichts mit Sport zu tun, sondern es waren die Begegnungen mit Menschen.
Ihr habt uns geholfen, wenn wir handwerklich nicht weiter wussten, ihr habt uns beraten, wenn wir technische Probleme hatten, ging was kaputt, brachtet ihr uns Ersatz.
Ihr brachtet uns Kekse, Suppe und andere Aufmerksamkeiten, oft reichte auch ein Lächeln oder noch besser ein Torjubler - und wir freuten uns gemeinsam.
Manchmal kommt ihr einfach rein, um uns zu sehen und ein “Moin”, ein “Servus, ode ein “Glück auf” dazulassen - das ist einfach schön!
Wir durften euch kennenlernen, ihr habt uns in eurem Freundeskreis aufgenommen. Das ist für uns das schönste Weihnachtsgeschenk.
Wir wünschen euch allen ein frohes Fest und hoffen auf ein Wiedersehen am 27.12.!
Türchen 23 Rocky gegen Drago - Die Real-Version
Was mir an der Sportsbar neben den Menschen am besten gefällt, sind die Geschichten, die die Wände erzählen:
Trikots, die an legendäre Spieler erinnern, Schals verbindet man mit einem Verein, Wimpel verweisen auf die Tradition und Pokale präsentieren stolz die Erfolge.
Manchmal sind Pokale aber mehr, als ein Blechobjekt, das irgendwer mal für einen Sieg abgeräumt hat. Manchmal erzählen sie nicht nur Geschichten, sondern sie schrieben Geschichte.
Wie in dem Fall des Olympioniken Manne Gebauer, der uns einige seiner Trophäen als Leihgabe überlassen hat. Er ist naturgemäß stolz auf die Zeugnisse seiner Leistungen und wir sind froh, ihn als Stammgast regelmäßig begrüßen zu dürfen.
Wie historisch wertvoll die Stücke sind, erschließt sich allerdings nur echten Experten auf dem ersten Blick.
Wir Normalmenschen müssen Manne erst zuhören, um zu begreifen, wie besonders seine Länderkämpfe gegen U.S.-Athleten gewesen sind: es war eben keineswegs selbstverständlich für einen DDR-Boxer, gegen Nordamerikaner anzutreten und diesen Vergleich sogar zu gewinnen.
Mein Tipp: Gebt ihm ein Getränk (am liebsten Alster!) aus und unterhaltet euch mit ihm. Es lohnt sich jede Silbe!
Türchen 22: Die Zukunft
Immer wieder werde ich gefragt, ob man auch seine Kinder mit in die Bar bringen kann.
Selbstverständlich kann man das!
In welchem Alter wächst denn die Sportbegeisterung am meisten?
Ich selbst könnte eher beantworten, wer 1995 die meisten Freistoßtore in der Bundesliga erzielt hat, als dass ich die letzten 3 Europameister zusammen bekäme - eben weil ich stets Zugang zum Fußball hatte.
Wer wäre ich, jungen Menschen heute den Eintritt in die Sportsbar zu verwehren? (Alles natürlich im Rahmen des Jugendschutzgesetzes).
So hatten wir dieses Jahr nicht nur viele Familien mit kleinen Kindern, sondern auch Teenager im Laden, die mit alkoholfreien Getränken auf die Erfolge der Lieblingsmannschaft anstießen.
Zuletzt hatten wir auch Weihnachtsfeiern von Jugendmannschaften oder sogar Kindergeburtstage zu Gast, die sich nur leider aus meiner Sicht den falschen Verein ausgesucht hatten. Das “Bayern” (Klatsch Klatsch Klatsch) habe ich bis heute im Ohr :-)
Dass bei uns auch die Allerjüngsten ihren Platz finden, belegen diverse Fotos (liebe Grüße an Wolfgang, der seinem Sohn gerade diese Woche noch stolz dessen erstes Barfoto präsentierte.) Auch die Prinzessin des ehemaligen Inhabers ist noch sehr an den Wänden präsent.
Falls ihr mal eine Ideen für eine zielgruppengerechte Bespaßung mit sportbegeisterten Kindern braucht, sprecht uns gerne an!
Türchen 21: Die BVB-Sitzschale
Jeder Gast bemerkt dieses Objekt spätestens nach dem dritten Getränkt, ziert es doch die Tür zur Damentoilette und liegt auf dem Weg zu den Männerklos.
Den meisten Menschen wird das wild bekritzelter Stück Hartplastik auf den ersten nichts sagen, wer aber erkennt, welch Schatz er da vor sich hat, gerät in aller Regel schnell ins Schwärmen.
Die Sitzschale stammt aus dem Dortmunder Westfalenstadion und säumte dort die Tribünen als sich der Verein vom Zweitligisten zum Championsleague-Sieger entwickelte.
Inzwischen wurde das Stadion modernisiert, die Plätze gegen (gar nicht so viel) bequemere ausgetauscht und der Verein schreibt längst ganz andere Kapitel, aber wer sich die Unterschriften anschaut, hat unweigerlich ein lang gezogenes “Knuuuuuut!”, oder ein zackiges “Jürgen Kohler Fußballgott!” im Ohr.
Manch einer denkt vielleicht auch als erstes an “Ricken… lupfen jetzt, jaaaaaaa!”, auch wenn das in einem anderen Stadion passiert ist.
Deren Unterschriften sind genauso auf der Schale verewigt, wie die der anderen Helden von 1997, die als erste deutsche Mannschaft den Henkelpott in den Himmel reckte.
Türchen 20: Die Schangler
Konstanze und ich sind die beiden Bar-Schangler an der Mühlenstraße 56.
Wie es zu diesem merkwürdigen Synonym für Zapfhasen, Biertender, Servicekraft, Barkeeper oder Glücklichermacher kam, erfragt ihr am besten direkt am Stammtisch.
Ein lieber HSV-Fan hat den Begriff in der ersten Woche versehentlich kreiert und wir haben ihn dankend angenommen. Schangeln ist seitdem eine unserer Lieblingsbeschäftigung:
Wir sehen regelmäßig Freunde, lernen Menschen kennen, leiden und feiern mit ihnen und amüsieren uns über den geistigen wie körperlichen Verfall im Verlauf eines langen Tages - sowohl bei den Gästen, als auch bei uns selbst, auch wenn die Gründe andere sind :-)
Angefangen hat es im Juni diesen Jahres, eine Zeit in der sich vieles veränderte.
Seitdem haben wir zu tatsächlich jedem internationalen Fußballspiel mit deutscher Beteiligung geöffnet, kein Ligaspiel aus den ersten drei Ligen verpasst und auch international fast jedes Highlight mitgenommen.
Andere Sportarten finden ebenfalls immer mehr Raum im Kalender.
Uns macht es jedenfalls enorm viel Spaß und wir sind André bis heute dankbar, dass er dieses Fussballparadies erfunden, etabliert und schließlich weitergegeben hat.
Genauso dankbar sind wir euch allen dafür, dass ihr die Sportsbar mit Leben füllt und sie zu unserem Wohnzimmer macht, in dem ihr euch immer wohlfühlen dürft.
Türchen 19 - Die Anfänge
Konstanze und Dennis schmeißen den Laden jetzt seit einem halben Jahr gemeinsam, aber die Geschichte der Sportsbar reicht viel weiter zurück.
Im Jahr 2013 öffnete die Sportsbar Allstars ihre Pforten. Es gab noch bedeutend weniger Schals, Wimpel und Trikots, die Technik war noch längst nicht auf dem heutigen Stand und damals war der FC Bayern noch nicht 11 mal am Stück (!) Deutscher Meister geworden.
Was aber vom ersten Tag an galt, war die unbedingte Liebe zum Fußball und der große Respekt vor allen anderen Sportarten.
Gründervater André schaffte einen Raum für positive Kommunikation. Was sich so hochtrabend anhört, ist - meiner Ansicht nach - das Erfolgsgeheimnis des Ortes.
Hier macht es einfach Spaß!
Die Menschen haben keine Lust mehr, sich über Politik zu streiten. Sie wollen sich nicht mehr über Nachrichten ärgern. Sie wollen sich wieder freuen, positive Emotionen sammeln, Unwichtiges wichtig nehmen, den eigenen Akku aufladen für den Alltag.
Die Sportsbar war immer als ein solcher Ort gedacht. Natürlich muss man als BVB-Fan mal einen Spruch einstecken, wenn der Verein mal wieder auf der Zielgeraden scheitert, als Bayern-Anhänger kämpft man genauso mit seinen Klischees, wie der des HSV und in manchen Vereinen muss man sogar Mitleid ertragen - aber man weiß eben, dass der Gegenüber im Kern das Gleiche denkt: Zu viele Abos, zu viel Geldmacherei, fürchterliche Anstoßzeiten, keine Typen mehr usw..
Das Foto entstammt der Anfangszeit, damals gab es offenbar ein Borussia-Duell (übrigens wie heute). Seit diesem Tag zeigten wir tausende von Sportereignissen, unzählige Menschen jubelten gemeinsam, lernten sich kennen, schlossen Freundschaften und blieben Stammgäste.
Wenn es nach uns geht, kann es noch lange genauso weitergehen!
Türchen 18: Collina, das Bar-Maskottchen
Einigen Stammgästen sind Collina und seine Klone bereits aufgefallen.
Seit einigen Wochen schmücken sie zu viert die Bar und beobachten das Geschehen. Wer genau hinsieht, merkt aber schnell, dass sie nicht ständig vollzählig anwesend sind.
Sie reisen nämlich sehr gerne und schließen sich unseren Stammgästen in ihren Urlauben an. Zwar nehmen sie bisschen Platz weg, dafür nerven sie nicht und sind ziemlich reinlich.
Einer ist gerade aus Georgien zurückgekehrt, ein andere sonnst sich gerade auf Bali, Beschwerden über ihr Verhalten sind bisher nicht bei uns angekommen.
Was sie im Detail dort machen, bleibt natürlich ihnen selbst überlassen, aber Bedingung für ihre Reisefreiheit ist, dass wir reichlich Fotos bekommen. Die sammeln wir gerne und werden sie beizeiten veröffentlichen.
Natürlich sind sie mit einem Sportsbar-Allstar-Sticker ausgestattet. So hat unser Laden auch was davon :-)
Wer übrigens wissen möchte, warum sie den Namen Collina bekommen haben, kann gern am Tresen nachfragen. Es hängt hat mit ihrem großen Bruder zusammen und natürlich hat auch der berühmteste Schiedsrichter der Welt Entscheidungshilfe geleistet.
Türchen 17 Der WM-Flaschenöffner
Für seinen eigentlichen Zweck ist dieser Flaschenöffner viel zu schade. Daher liegt er nicht am Tresen, sondern hängt an der Wand zwischen den Trikots und Wimpeln.
Aus meiner Sicht ist er ein museales Erinnerungsobjekt, das vor über 50 Jahren womöglich mal in einem Partykeller zum Einsatz kam…, oder auf einem Grillfest…, oder schlicht in einer Wohnstube.
Vielleicht hat der damalige Besitzer ihn aber auch einfach sorgsam aufbewahrt, um ihn später einmal auszustellen. Vielleicht wollte die Person, dass man anhand dieses Sammlerstückes eines Tages nachfolgenden Generationen erzählt, wie es damals war. 1974, in der Bundesrepublik:
Das Sparwassertor, die bedrohlichen Verwerfungen hinter den Kulissen der Mannschaft aus Zaire, Neeskens, Kroll, Cruyff, Voetbal totaal, Grzegorz Lato, der Kaiser, die RAF, Tip und Tap, der Bomber der Nation, die Skandal-Qualifikation Chiles, der Geist von Malente, die Regenschlacht von Frankfurt, Gerd Kische, Joachim Streich - und wo war eigentlich England?
Man kann anhand eines einzigen Gegenstandes mitunter dutzende Geschichten erzählen, Erinnerungen auffrischen, Anekdoten austauschen, mit Wissen prahlen, Neues lernen, Parallelen finden, Strukturen erkennen, Veränderungen nachtrauern - einfach miteinander ins Gespräch kommen. Denn dafür sind Schankwirtschaften schließlich da!
Dieser Flaschenöffner, den uns ein lieber Stammgast vor ein paar Monaten gebracht hat, ist nur ein Exponat von hunderten - aber eines der schönsten und nützlichsten.
türchen 16 Der GOAT-Tisch
Vor ein paar Monaten kamen ein paar spanische, offenbar miteinander verwandte, Gäste in die Bar. Sie waren angemessen begeistert vom Ambiente ;-), wir schauten ein La Liga-Spiel und da die Gruppe größtenteils kein Englisch sprach, unterhielten wir uns mit Händen und Füßen über deren innerfamiliäres Dauerthema: Real oder Atletico?
Zumindest Diego Simeone lässt sich pantomimisch erfrischend leicht darstellen, allerdings nur wenn keine Kinder mit im Raum sind.
Gesprengt wurde die Unterhaltung aber plötzlich, als ein weiblicher Real-Fan den Tisch in der Ecke betrachtete und offenbar in diesem Moment erst so richtig begriff, dass ihr Idol Toni Kroos in Vorpommern genauso berechtigt verehrt wird, wie in Kastilien.
Ab diesem Moment gab es nur noch ein Thema. Toni Kroos - der Rekord-Championslague-Sieger und Weltmeister - kommt hier aus der Region (“Where did he rise up? Can we visit his home? Does his family still live here?” Auf einmal klappte es sogar mit der verbalen Verständigung so halbwegs.
Jedenfalls wurde mir an diesem Tag erst so richtig klar, welche Bedeutung Toni Kroos für MV und Fans auf der ganzen Welt hat.
Über die Bezeichnung GOAT lässt sich natürlich vortrefflich streiten, aber zumindest zwischen Usedom und Darß wird so schnell gewiss niemand nachfolgen, der auch nur ansatzweise mit dieser Titelsammlung mithalten kann - und falls dann doch irgendwann jemand kommt, kriegt er natürlich einen eigenen Tisch :-)
Türchen 15: Die Schals
Deckenisolation oder Kälteschutz? Brauchen wir nicht - denn wir dämmen mit Fanschals!
Der ganze Raum ist voll davon, sie kommen aus Polen, Israel und sogar aus Vietnam. Sie bejubeln Champions-League-Sieger wie Kreisliga-Vereine. Einige Clubs gibt es längst nicht mehr, andere steigerten ihren Bekanntheitsgrad.
Manch ein Exemplar ist vielleicht ein Kunstprodukt, mit dem jemand an der Ecke eine schnelle Mark gemacht hat, andere sind inzwischen rare Originale.
Fakt ist: Alle wurden mal von Fans als Erinnerung, als Erkennungsmerkmal oder schlicht zur Halserwärmung gekauft und wurden irgendwann der Bar gespendet.
Inzwischen sind es über 200 Stück.
Einer meiner Lieblingsschals schmückt das Schaufenster und hängt dort über dem Bildschirm. Er verweist auf meinen Herzensverein und deutet eine Verbindung zu meiner neuen Heimat hin.
Hansa-Fans werden angesichts dieser „Fanfreundschaft“, die es faktisch nicht gibt, genauso die Nase rümpfen, wie BVB-Ultras.
Das ist mir aber egal. Ich habe den Schal von einer wichtigen Person geschenkt bekommen und er symbolisiert perfekt, worum es hier in der Bar geht: Fußball verbindet!
In diesem Fall Ruhrpott und Vorpommern, Susi Zorc und Juri Schlünz, alt und neu, 3. Liga und Europapokal, Taxiteller und Fischbrötchen, „oder Watt?“ und „Moin“, Kindheit und Ehe, Reinoldus und Störtebeker, Stahlwerk und Werft, Bodden und Mittelgebirge, U-Bahn und Fähre, Vereinsheim in Eichlinghofen und Sportsbar Allstars.
Im Kern gilt das gleiche wie für die Trikots: Es ist nicht genug Platz für alle gleichzeitig. Aber wir sind stolz auf die gesamte Sammlung - auch auf den Teil, der aktuell eingelagert ist - und werden immer mal ein paar Schätze durchtauschen.
Türchen 14 Der WM-Gürtel
Fußball ist im Land der 80 Millionen Bundestrainer Volkssport Nummer 1, aber in der Mühlenstraße 56 achten wir darauf, dass auch andere Athleten (Profis wie Amateure nicht zu kurz kommen). Derzeit zeigen wir täglich Dartsduelle, beim Wintersport schaut man auch immer gern rein, Volleyball und ganz aktuell vor allem Handball peitscht die Stimmung immer nach oben, die NFL nimmt langsam Fahrt auf und das Formel 1-Finale stieß ebenfalls auf Interesse.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Sportsbar allerdings traditionell auf Boxkämpfen. Das liegt nicht nur an den großartigen Shows und den emotionalen Kämpfen, sondern auch weil die Bar regelmäßig von absoluten Experten besucht wird, von denen einige selbst auf wahnsinnige Karrieren zurückblicken.
Sebastian Sylvester, gebürtig aus Greifswald und ehemaliger IBF-Weltmeister im Mittelgewicht, ließ uns einige seiner Trophäen da, darunter sogar seinen WM-Gürtel, den er 2009 mit berechtigtem Stolz in die Höhe streckte und der heute ein echtes Glanzstück der Bar darstellt.
Wir werden im Rahmen des Kalenders mindestens noch einmal auf das Thema Boxen zu sprechen kommen, aber hier soll schonmal der Hinweis erlaubt sein, dass wir am 10. Januar den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen dem Bochumer Agit Kabayel und Damian Knyba zeigen werden. Kommt also gern rum!
Türchen 13 Die Trikot-Sammlung
Die Witze über inflationäre Produktion von Fußballtrikots wurden wahrscheinlich alle schon gemacht.
Dass ich als Sportnostalgiker selbstverständlich auch der Meinung bin, dass ein Verein mit maximal zwei Sets pro Saison auskommen sollte (eines in traditionellen Farben, eine Ausweichkluft), wird niemanden überraschen, der schonmal mit mir über Fußball geredet hat.
Und dennoch muss ich zugeben, dass ich hin und wieder mal eines der vielen, vielen Sondertrikots ganz gelungen finde. Den “Kohle- und Stahl”-Dress der Dortmunder fand ich zum Beispiel sehr gelungen und das Fischerhemd von Hansa vor ein paar Wochen ist vielleicht das außergewöhnlichste, was ich in den letzten 30 Jahren gesehen habe.
Dennoch lautet mein Appell: Es braucht nicht für jeden Wettbewerb eigene Kleidung und ein Jubiläumsfummel sollte den runden Vereinsgeburtstagen vorbehalten sein.
Oft werde ich gefragt, warum denn dieses oder jenes Trikot nicht in der Sportsbar aufgehängt ist. Dabei sollte ein Blick an die Wand ausreichen, um es sich selbst zu beantworten: Wir haben zu wenig Platz, würden aber gerne alles präsentieren, was die Sammlung der letzten Jahre so hergibt.
Entsprechend haben wir uns etwas vorgenommen: Einmal im Quartal wird ein wenig umdekoriert. Das muss nicht immer die große Renovierung sein, aber wo etwas vorübergehend eingelagert wird, findet etwas anderes Platz.
Ein paar Highlights werdet ihr aber wohl sehen können. Ein Beispiel ist dieses wunderbare HSV-Trikot.
Die Leihgabe eines lieben Stammgastes macht den Hamburg-Fans auf den Weg zurück nach oben nicht nur Mut, sondern ist dank der Unterschriften diverser Legenden eine echte Rarität. Wer wissen will, wer sich alles darauf verewigt hat, sollte in die Bar kommen und es sich genauer ansehen :-)
Türchen 12 Das Bier
Ein paar gute Freunde, spannende Unbekannte, ein Spiel meiner Lieblingsmannschaft, eine schöne Bar und dazu ein frisch gezapftes Bier. Das klingt nach dem perfekten Start in Wochenende nach meinem Geschmack.
In der Sportsbar reichen wir Mahn & Ohlerich vom Fass; ein herrlich sanftes Pils, das schon fast an ein Helles erinnert und große Lust auf das nächste macht :-)
Wie der Teaser dieser Homepage schon schreibt: “Alles wie im Stadion, nur das Bier ist besser”.
Zu dieser Aussage stehe ich natürlich, schließlich trinkt man auf der Tribüne aus Plastikbechern und eine gut eingestellte Zapfanlage mit perfekter Kohlensäure und richtiger Temperatur ist mir bei meinen Stadionbesuchen bisher nicht begegnet - ganz zu schweigen von einer ästhetischen Schaumkrone.
Ob die im Stadion gereichten Biere tatsächlich mehr können und ich ihnen Unrecht tu, wollen wir demnächst einmal ausprobieren.
Am 27.12. feiern wir unseren Jahresabschluss veranstalten zu diesem Anlass ein Stadionbier-Tasting.
Für diesen Tag besorgen wir die Getränke, die man sonst in der Allianz-Arena, im Westfalenstadion oder im Karsruher Wildpark erhält.
Wir haben für diesen Tag eine bunte Mischung an Getränken vorbereitet, servieren sie ausnahmsweise in kleineren Dosierungen und werden reichlich Hintergrundinfos liefern.
Falls ihr Interesse habt, meldet euch und eure Liebsten gerne an. Die Teilnahme eignet sich auch vortrefflich als Weihnachtsgeschenk; gerne basteln wir euch entsprechende Gutscheine :-)
Türchen 11 - Die Adventsaktion
Am Wochenende findet ein großartiges Jugend-Fußball-Turnier statt, das wir sehr gerne unterstützen.
Beim Sundträume U15 Benefiz Cup kämpfen nicht nur junge Sportler um Pokale, sondern es werden Spenden für einen guten Zweck gesammelt.
Die Sportsbar wird den Inhalt des Phrasenschweins übersenden. Da wir die arme Sau aber leider in diesem Jahr (u.a. durch den Inhaberwechsel u.a.) ein wenig vernachlässigt haben, wird sie jetzt auf den letzten Metern durch eine Zusatzaktion noch ein wenig gemästet:
Im Dezember haben wir selbst kreierte Getränke in Vereinsfarben eurer Lieblingsklubs mit auf die Karte genommen, die wir gegen eine Spende (Empfehlung: 2 Euro pro Shot) an volljährige Gäste herausgeben.
Das Geld geht anteilig in die Neuproduktion; der Großteil geht ins Schwein, das bei unserer Jahresabschluss-Feier am 27.12. (dazu morgen mehr) letztmalig gefüttert wird.
Für diese Aktion haben wir die Special-Drinks “Juri”, “Uns Uwe”, “Kaiser Franz”, “König Otto” und den “Kloppo” gezaubert.
Für welche Vereine die jeweils stehen, könnt ihr euch denken. Wenn ihr eigene Ideen dazu habt, oder einfach nur so spenden wollt, meldet euch gerne :-)
Mehr Infos unter www.sundträume.de
Türchen 10 Die Vereinswimpel
Für Außenstehende sind sie vielleicht nicht ganz so nützlich wie ein Schal, ein Shirt oder ein Glas, aber als Zeichen der Mannschaftsverbundenheit durften sie früher in keinem Vereinsheim, in keinem Partykeller und in keinem Kinderzimmer eines Fußballfans fehlen: Die Wimpel!
Natürlich gilt das erst recht für eine Sportsbar.
Für uns sind sie erstmal praktisch, weil sie erheblich weniger Platz wegnehmen, als beispielsweise ein Trikot und sie dennoch klar zu erkennen sind. Vor allem aber erzählen sie Geschichten.
Wer hat sie mal besessen? Zu welchem Anlass wurden sie gefertigt und erworben? Wo haben sie mal gehangen und was verrät das Sammlerstück über sein Alter?
Von den weit über hundert Exemplaren in der Bar habe ich hier mal einige (beinahe) willkürlich zusammengestellt. Sie sprechen aus Zeiten, in denen der FC Bayern noch lange kein Rekordmeister war, sie zeigen, dass es einen FC Kaiserslautern vor Otto Rehhagel und sogar vor Kalli Feldkamp gab und zeichnen die Entwicklung von Fußballwappen nach.
Lediglich beim FC Schalke kommt man bei der Grobdatierung mit Hilfe der Meistertitel nicht weiter (entschuldigt die Spitze, ich weiß selbst, dass die Gelsenkirchener hin und wieder mal einen DFB-Pokal geholt haben; meiner Erinnerung nach, haben sie ihn sogar mal kaputt gemacht…).
Über Wimpel, Daten und Vereinswappen kann man in der Bar stundenlang fachsimpeln. Der größte Experte in diesem Thema ist übrigens der Göttinger Hardy Grüne, auf dessen vielfältigen Veröffentlichungen ich hier gerne hinweisen möchte.
Mit seinem Buch „Fußballwappen“ habe ich vor einigen Monaten einem 17-jährigen Jungen zum Geburtstag noch eine große Freude gemacht und bin seitdem bei Rechercheaufgaben nicht mehr allein :-)
Das Werk erschien letztes Jahr in neuer Auflage und ist durchaus auch in kleinen, unterstützenswerten Buchhandlungen erstehbar.
Meine Appell-Liste also für heute:
Kauft Bücher!
Geht dafür in Buchhandlungen!
Kauft Getränke!
Geht dafür in eine Bar!
Redet dort gern über Bücher 😊
Türchen 9 DDR-Stecktabelle
Wie steht’s in der Fußball-Oberliga der DDR?
Wer mich privat kennt, weiß um meine Liebe für Statistiken und Tabellen (außer damals im Mathe-Unterricht natürlich).
Angefangen hat alles im Jahr 1990 mit meinem ersten Kicker Sonderheft und dem damit geborenen Montagmorgenritual: Im Schlafanzug den Worten meines Vaters lauschen, der mir die Wochenendergebnisse und die daraus errechnete Bundesligatabelle vorliest, die ich mit dem Elan, den eben nur ein sechsjähriger Fußball-Fan bei der Entdeckung dieses unbegreiflich großen Kosmos Fußball in sich tragen kann, in der Stecktabelle umsetze.
Taucht in irgendeinem Rückblick oder einer Pokalauslosung ein Vereinsname wie der TSV Havelse, der FC Homburg oder der FC Remscheid auf, fällt mir nicht ein einziger Spieler ein, der mal das Trikot getragen hat, auch kann ich mich an keine Spielszene erinnern, aber ich habe sofort das kleine Pappwappen vor Augen, das ich nervös-umständlich gemäß ihrer aktuellen Platzierung in den vorgesehenen Schlitz auf der extra-dicken (damals stets kicker-roten) Doppelseite über meinem Bett friemelte.
Wie groß war meine Freude, als ich in der Bar dieses Kleinod aus der DDR entdeckte?
Offenbar gab es auch im Osten die gleiche Fußball-Begeisterung wie in meinem Kinderzimmer?
Wie toll ist die Tabelle bitte gestaltet? Mit richtigen Pins, statt mit Pappemblemen!
Welche Erinnerungen mögen angesichts der Vereine, die heute teilweise schon fast vergessen sind, in manchem Gast auslösen. Es ist ein herrlicher Gesprächsanker - und davon lebt die Bar einfach!
Dieses Sammlerstück hat jedenfalls einen Ehrenplatz in der Sportsbar verdient, inmitten der Ecke, die sich dem Ostsport widmet.
Vielleicht hat ja jemand Lust, mit mir gemeinsam zu entschlüsseln, aus welcher Saison die Tabelle sein muss. Würde mich freuen!
Türchen 8 Der Football-Helm
Obwohl wir der deutschen Vorliebe entsprechend einen ganz klaren Schwerpunkt auf Fußball legen, ist die Sportsbar eben eine Sportsbar, also zeigen wir auch andere Sportarten.
Allein in den letzten Wochen zeigten wir Formel 1, Volleyball, Tennis, Rugby und Basketball. Langsam kommen auch Ski und Dart ins Rollen.
Ein alljährliches Highlight ist aber natürlich der Superbowl, der auch in dieser Saison wieder ansteht. Wir planen eine Party von der Nacht vom 8. auf den 9. Februar, also in genau zwei Monaten.
Details folgen in den nächsten Wochen, stellt euch aber schonmal auf Hotdogs, Nachos und amerikanische Getränke ein :-)
Insbesondere an den Sonntagen zeigen wir derzeit schon ein paar ausgewählte Spiele. Falls ihr daran Interesse habt, informiert euch auf der Homepage und kommt gern rum.
Für das Finale könnt ihr euch gerne schon voranmelden. Dann werdet ihr mit den Details über Programm und Kosten rechtzeitig angeschrieben.
Türchen 7 Die HSV-Bank
Einst hatten die blauen Schalen einen stolzen Platz im Hamburger Volksparkstadion. Zigtausend von ihnen wurden alle 14 Tage mit Leben gefüllt, wenn der HSV seine Heimspiele austrug. Sie erinnern an Zeiten, als die Rauteträger ihre Fans noch regelmäßig sprichwörtlich aus den Sitzen rissen.
Irgendwann hatten sie ausgedient und sie wurden ersetzt durch bequeme Sessel, die man am liebsten gar nicht mehr verlassen würde. Da die Mannschaft zuletzt über lange Jahre auch nicht viel bewerkstelligte, was die Fanpopöchen erheben ließ, war das vielleicht auch gar nicht schlimm. Zumindest bis zum letzten Sommer - und seitdem muss ich als BVB-Fan anerkennen, sind die Hamburger neben Hansa wohl die stabilste Fangruppe in Stralsund.
Heute bildet die Bank, die André aus den Originalschalen hat bauen lassen, das kulturelle Zentrum der Mühlenstraße - und sie wird gewiss nicht nur von HSV-Fans genutzt.
Dank des Außenbildschirms im Schaufenster kann man auf Ihnen nahezu das Selbe wie innen erleben - nur mit einer Zigarette in der Hand, oder in der Sonne, oder bei einem ungestörteren Gespräch, oder mit besserer Sicht, oder einfach ganz in Ruhe.
Es gibt diverse Gründe, sich die Spiele von der blauen Bank aus anzusehen, Getränke von drinnen gibt es natürlich trotzdem. Für diese sind übrigens extra Getränkehalter mit angebracht worden (und keine Aschenbecher, was manch einer offenbar einfach nicht verstehen will…).
Aktuell sind die Sitze witterungsbedingt eingelagert. Zu den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings werden sie aber wiederkommen, versprochen. Genauso, wie die Plätze aus dem Olympiastadion - aber das ist eine andere Geschichte :-)
Türchen 6 Die Fußballstiefel
Passend zum Nikolaus habe ich eines meiner persönlichen Highlights der Bar ausgesucht: Die BVB-Fußballschuhe.
Helden großer schwarzgelber Tage wie Stefan Reuter (“Wie heißt nochmal der Ex-Borusse, der jetzt in Augsburg oder so ist und wirklich genauso aussieht, wie alle anderen früheren Sportler, die jetzt auf seriös machen”), Andy Möller (Der ist erstaunlicherweise weit weniger asi gealtert, als man vor 20 Jahren dachte”) oder Miki Stevic (“Als der gegangen ist, habt ihr auch gefeiert, dass die Ecken nicht mehr auf die Tribüne geflogen sind, oder?) - haben sie in nicht ganz so großen Tagen an ihren Füßen gehabt.
In Klammern stehen übrigens Original-Zitate von Stammtisch-Gästen, die ich regelmäßig anonymisiert mitschreibe :-)
Warum ausgerechnet der Schuh von Matthias Sammer aus der Reihe fällt, erzähle ich euch gern beim Bierchen.